Unser fairer Modellwert von EUR 585,03 beruht im Kern auf zwei Annahmen für den Gesamtkonzern, da LIMES aus einem einzigen, einheitlich gesteuerten Geschäftsmodell besteht. Erstens unterstellen wir ein Umsatzwachstum von 18 % pro Jahr. Das ist niedriger als die im vergangenen Jahr erzielte Rate von 41,5 %, die jedoch überwiegend ein Einmaleffekt aus den beiden Klinikeröffnungen war und daher nicht fortgeschrieben werden sollte. Unsere Annahme stützt sich stattdessen auf die Managementguidance für 2026 (rund 66 Mio. EUR Umsatz, plus 22,4 %) sowie auf die konservativ geplante Auslastungssteigerung von Abtsee (56 %) und Bergisches Land (40 %) in Richtung Zielkapazität über die Folgejahre.
Zweitens erwarten wir, dass die operative Marge von 18,5 % im ersten Prognosejahr auf 22,0 % im fünften Jahr steigt, gegenüber einer zuletzt berichteten Marge von 17,3 %. Die 18,5 % leiten wir aus der 2026er EBITDA-Guidance (Mitte der Spanne 15 bis 18 Mio. EUR, rund 25 % EBITDA-Marge auf den Umsatz) abzüglich der steigenden Abschreibungen aus dem Sachanlagenzuwachs ab. Der Anstieg auf 22,0 % bis Jahr fünf basiert auf der erwarteten Fixkosten-Hebelwirkung der Kölner Zentrale bei wachsendem Umsatzvolumen.
Genau diese Margenausweitung ist die eigentliche Wette im Modell und zugleich das größte Risiko. Für eine Ausweitung von 3,5 Prozentpunkten über fünf Jahre gibt es keine mehrjährig zitierte Zielmarge des Managements, sie ist unsere eigene Fortschreibung der Skaleneffekte. Dagegen steht, dass Bergisches Land laut Unternehmensangabe erst im zweiten Quartal 2026 profitabel wird und beide neuen Standorte noch erhebliche Anlaufkosten tragen, die die Fixkosten-Hebelwirkung verzögern könnten. Wir halten die Annahme trotzdem für vertretbar, weil die Zentralkosten bereits heute weitgehend fix sind und zusätzliches Patientenvolumen überwiegend mit hoher Grenzmarge verarbeitet wird, sehen darin aber die größte Fehlerquelle unseres Modells.
Die Bandbreite zeigt, wie stark der Wert an dieser Annahme hängt. Erreichen Abtsee und Bergisches Land ihre Zielauslastung von über 70 % bereits bis 2027 statt erst 2029 und wächst die Marge in Richtung 25 %, liegt der Wert bei rund EUR 719 (Wahrscheinlichkeit rund 20 %). Verzögert sich der Hochlauf dagegen durch Fachkräftemangel und schleppende Kostenerstattungslistungen bei den Krankenversicherern, fällt der Wert auf rund EUR 464 (ebenfalls rund 20 % Wahrscheinlichkeit). Mit rund 60 % gewichten wir das Basisszenario, in dem die 2026er-Guidance erreicht wird und die Auslastung graduell weiter steigt.