Unser fairer Modellwert beruht auf zwei Annahmen, die gemeinsam den Großteil des berechneten Wertes tragen. Erstens unterstellen wir für T-Mobile US einen Umsatz-CAGR von rund 6,5 Prozent pro Jahr in EUR, gestützt auf die in USD zuletzt erzielte Wachstumsrate von rund 8,7 Prozent (2025 gegenüber Vorjahr) und eine demonstrierte Dreijahresdynamik von rund 4 Prozent in EUR (FX-belastet); die Abweichung nach oben gegenüber der historischen EUR-Rate spiegelt die USD-Stärkenannahme und die TMUS-eigene Guidance für 2026 von rund 9,7 Prozent EBITDA-Wachstum wider.
Zweitens erwarten wir für das TMUS-Segment eine Verbesserung der operativen Marge von zuletzt berichteten 22,6 Prozent auf rund 26,5 Prozent in fünf Jahren, getragen von der vollständigen Realisierung der Sprint-Synergien und dem abnehmenden Gewicht der Akquisitionsamortisierungen; für das Deutschlandgeschäft unterstellen wir eine moderate Steigerung von berichteten 25,0 Prozent auf 26,0 Prozent bis 2030, verankert in der Managementguidance zu Digitalisierungs- und Automatisierungseinsparungen.
Die eigentliche analytische Wette ist die TMUS-Margenannahme. Dafür spricht, dass der Aufwandsblock aus Sprint-Intangibles-Abschreibungen strukturell ausläuft und die Bruttomarge des US-Wireless-Geschäfts bereits auf einem hohen Niveau liegt. Dagegen steht ein konkretes Gegenargument: Die UScellular-Integration hat im vierten Quartal 2025 ein Restrukturierungsprogramm ausgelöst und belastet die EBITDA-Basis mit rund 400 Mio. EUR Integrationsaufwand; zudem sinken die MVNO-Einnahmen von DISH/EchoStar und TracFone strukturell.
Wir unterstellen deshalb eine Margenerholung, die deutlich unterhalb des technisch Möglichen liegt, und bleiben mit der Y5-Marge von 26,5 Prozent bewusst unter dem, was ein friktionsloser Synergieauslauf implizieren würde. Für das Systemgeschäft modellieren wir eine Verbesserung von berichteten 2,2 Prozent auf 5,5 Prozent bis 2030, getragen vom Auftragseingang 2025 von 4,2 Mrd. EUR (+4,2 Prozent) und dem kommunizierten Strukturprogramm; angesichts der historischen Margenschwäche (2023: minus 1,8 Prozent) ist diese Annahme ambitioniert, hat aber keinen bedeutenden Einfluss auf den Gesamtwert.
Die Szenariobandbreite spiegelt die Sensitivität gegenüber USD und TMUS-Wachstum direkt: Setzt sich der Dollar auf 1,05 bis 1,10 zurück und übertrifft TMUS mit mehr als 8 Millionen Postpaid-Neukunden die eigene Guidance, liegen Wachstum und Margenverbesserung im US-Segment deutlich über unserem Basisszenario, was einen Modellwert von rund EUR 52,15 je Aktie ergibt (Eintrittswahrscheinlichkeit rund 25 Prozent). Schwächt sich der Dollar dagegen auf über 1,20 ab und verlangsamt sich TMUS-Wachstum infolge einer US-Konjunkturdelle, fällt der Wert auf rund EUR 22,17 (Wahrscheinlichkeit rund 15 Prozent).
Das Basisszenario (60 Prozent gewichtet, EUR 36,82) unterstellt EUR/USD stabil bei rund 1,13 und TMUS auf Guidance-Niveau. Das Gewicht des Basisszenarios ist hoch, weil der TMUS-Auftragsbestand und die kommunizierten Net-Add-Zahlen eine hohe Visibilität für das laufende Jahr liefern.
Gegenüber dem aktuellen Kurs von EUR 26,99 ergibt unser gewichteter Modellwert von EUR 38,45 ein Aufwärtspotenzial von rund 42 Prozent. Die Quelle dieser Differenz liegt nicht in optimistischen operativen Annahmen, sondern im Konglomerats-Diskont: Der Markt bewertet den DTE-Konzern niedriger als den Summenwert seiner Teile, obwohl T-Mobile US zu beobachtbaren Marktpreisen angesetzt wird. Unser T-Mobile-US-eigenes Modell sieht den fairen Wert von TMUS bei rund USD 208,29 je TMUS-Aktie und damit rund 15,7 Prozent über dem aktuellen TMUS-Kurs von USD 180,03 (Stand 27.
Juli 2026); fließt diese Einschätzung ein, würde auch der faire Wert des DTE-Konzerns entsprechend höher liegen. Kursziel und Bewertungsposition bleiben auf Basis des heutigen TMUS-Marktpreises unverändert. Adjustiert um die erwarteten Zahlungsrisiken aus den laufenden Rechtsverfahren (VDG-Entgeltstreit, TMUS-Sammelklagen) fließen rund 245 Mio. EUR sowie weitere rund 230 Mio. EUR in den gewichteten Modellwert ein.
Um den heutigen Kurs von EUR 26,99 zu rechtfertigen, müsste der Konzern rund 3,5 Prozent Umsatz pro Jahr wachsen (wir unterstellen rund 4,8 Prozent) oder die Terminal-Marge müsste bei rund 22,9 Prozent verharren (wir unterstellen rund 25,1 Prozent). Beide Pfade sind rechnerisch erreichbar, würden aber bedeuten, dass entweder das USD/EUR-Niveau dauerhaft über 1,20 bleibt oder TMUS sein strukturelles Wachstum vollständig verliert, was wir für unwahrscheinlich halten.
Der Anteil an T-Mobile US fließt mit dem Börsenwert in unsere Bewertung ein. Unsere eigene Analyse der T-Mobile US sieht deren fairen Wert bei rund USD 208,29 je Aktie, rund 15,7 Prozent über dem aktuellen Kurs. Materialisiert sich diese Einschätzung, läge auch der faire Wert des Konzerns entsprechend höher.