Der faire Modellwert beruht in erster Linie auf zwei Bausteinen. Der größte Wertblock ist die US-Tochter T-Mobile US, für die wir in einer eigenen, separat aktualisierten Bewertung ein Umsatzwachstum von 6,8 % pro Jahr und eine operative Marge unterstellen, die von 21,3 % auf 23,5 % in fünf Jahren steigt. Der Ist-Stand des EUR-CAGR von nur 3,85 % ist dabei wechselkursverzerrt: organisch, in konstanten Wechselkursen, wuchs T-Mobile US 2025 um 6,0 %, auf US-Dollar-Basis sogar um 8,7 %, getragen vom stärksten Postpaid-Nettoneugeschäft seit der Sprint-Fusion (7,8 Mio. Kunden). Wir stützen unsere Wachstumsannahme auf diese organische Dynamik plus die laufenden Netzwerksynergien aus der UScellular-, Metronet- und Lumos-Integration, nicht auf den verzerrten Euro-Anker.
Zweiter tragender Baustein ist Deutschland, das mit 25,0 % operativer Marge (2025 berichtet) das margenstärkste Segment ist und mit 82,7 Mrd. EUR den zweitgrößten Wertbeitrag liefert, trotz eines Umsatzanteils von nur 21,3 %. Wir unterstellen hier eine Ausweitung auf 26,5 % Marge in fünf Jahren, gegenüber einem demonstrierten Mehrjahresschnitt von 24,5 %; der Anstieg von 2,0 Prozentpunkten ist an die dokumentierte Kosteneffizienzsteigerung durch den Personalumbau und Digitalisierungsprogramme gebunden, nicht an eine bloße Fortschreibung.
Die eigentliche Wette liegt in der US-Bewertung, da sie mit rund 95 Mrd. EUR (unser eigener Wert, nicht der Börsenkurs) über 60 % des Konzernwerts trägt. Dafür spricht das Rekord-Postpaid-Wachstum und die anhaltende Netzsynergie; dagegen steht die strukturelle Dollarabhängigkeit, denn eine Eurostärke schmälert den Wertbeitrag unmittelbar, ohne dass sich am operativen Geschäft etwas ändert. Bei Europa gehen wir bewusst konservativer vor als der historische Trend nahelegt: die Marge verbesserte sich zuletzt um rund 1,5 Prozentpunkte pro Jahr (16,7 % auf 19,7 %), wir unterstellen für die kommenden Jahre nur noch etwa 0,55 Prozentpunkte pro Jahr, weil sich ein Trend dieser Stärke kaum über den gesamten Prognosehorizont fortsetzen lässt, ohne dass der Wettbewerb reagiert.
Trägt das US-Geschäft stärker, etwa weil die UScellular-Synergien den Plan übertreffen und die Terminal-Marge auf rund 25,5 % steigt, liegt der Modellwert bei rund EUR 46,48 (Wahrscheinlichkeit rund 25 %). Bleibt der Wettbewerbsdruck in den USA und Teilen Europas dagegen hoch und drücken Gerätesubventionen sowie Sondergewinnsteuer-Risiken in Ungarn die Marge, fällt der Wert auf rund EUR 18,38 (Wahrscheinlichkeit rund 15 %). Der gewichtete Modellwert von EUR 33,59 liegt näher am Basisszenario von EUR 32,02, das mit 60 % Wahrscheinlichkeit den Ausschlag gibt. Zusätzlich haben wir die anhängigen Rechtsrisiken, insbesondere die Kabelentgeltklagen von VDG und Vodafone West sowie die T-Mobile-US-Sammelklagen, mit einem erwarteten Wertabzug von rund 93 Mio. EUR im Modellwert berücksichtigt.
Der Anteil an T-Mobile US fließt mit unserer eigenen, separat veröffentlichten Bewertung der Tochter in den Konzernwert ein, nicht mit dem Börsenkurs. Wir sehen den fairen Wert von T-Mobile US bei rund USD 195,83 je Aktie, rund 8,8 % über dem aktuellen Börsenkurs von USD 180,00. Der Markt bewertet T-Mobile US damit niedriger als wir; unser Konzernwert spiegelt entsprechend eine etwas optimistischere Tochter-Sicht als der aktuelle TMUS-Börsenkurs, ohne dass daraus ein zusätzlicher Auf- oder Abschlag auf das Konzernkursziel abgeleitet wird.