Was der Quartalsbericht an unserem Modell geändert hat: Für das Express-Segment ziehen wir die Jahresannahme für das Umsatzwachstum von 3,5 % auf 4,8 % nach, da sich die im Jahresbericht unterstellte teilweise Normalisierung der US-Handelsbeziehungen im berichteten TDI-Wachstum von 3,7 % bereits bestätigt. Die Margenannahme für das erste Jahr heben wir von 12,9 % auf 14,1 % an, die Terminal-Marge von 13,5 % auf 14,0 %, weil der über drei Perioden durchgängig steigende Margentrend (12,3 % 2024, 12,9 % 2025, 15,2 % im ersten Halbjahr 2026) auf einen strukturellen und nicht nur temporären Effekt aus Kapazitätsauslastung und Kostendisziplin hindeutet.
Im Global-Forwarding-Geschäft senken wir dagegen die Margenannahme für das erste Jahr von 4,6 % auf 3,8 %, da die berichtete Marge von 4,0 % trotz Umsatzwachstum von 6,3 % unter unserer bisherigen Annahme liegt. Zusätzlich wurde die Bruttoverschuldung von 12.069 Mio. auf 12.865 Mio. EUR nachgezogen. Alle übrigen Jahresannahmen, insbesondere zu Supply Chain, eCommerce und Post & Parcel Germany, gelten unverändert weiter. Gegenüber unserem FY-2025-Bericht haben wir den fairen Modellwert entsprechend von EUR 54,15 auf EUR 60,50 angehoben (plus 11,7 %), die Bewertungsposition wechselt von 'Fair bewertet' auf 'Unterbewertet'.
Die materiellste Einzelentscheidung ist die höhere Terminal-Marge im Express-Geschäft, die wir angesichts des anhaltenden Margentrends und des expliziten Managementkommentars zu Kapazitätsengpässen als tragfähiger einschätzen als noch im Jahresbericht. Gleichzeitig ist die Korrektur bei Global Forwarding eine Eingeständnis, dass die dort im Jahresbericht unterstellte Margenerholung noch nicht eingetreten ist; ein anhaltender Margenverlust in diesem Segment würde einen Teil des Express-getriebenen Anstiegs des fairen Modellwerts wieder aufzehren.
Für die Investment-These insgesamt bestätigt das Quartal den strukturellen Vorteil des margenstarken Expressgeschäfts als Werttreiber, während Post & Parcel Germany mit einer auf 4,6 % gefallenen Marge und Global Forwarding mit anhaltendem Preisdruck die Risikoseite bleiben.